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Die Kunst des guten Prompts

Bergsee

Wie Sie mit klugen Eingaben die besten Ergebnisse von der KI bekommen

„Shit in, shit out.“ Was im IT-Bereich seit Jahrzehnten als eiserne Regel gilt, ist heute aktueller denn je – gerade dann, wenn es um den Einsatz von künstlicher Intelligenz geht. Denn so faszinierend KI-Tools wie ChatGPT auch sind: Wer unklare oder oberflächliche Eingaben macht, darf sich über unpassende oder enttäuschende Ergebnisse nicht wundern.

Die gute Nachricht: Wer lernt, gute Prompts – also präzise und durchdachte Eingaben – zu formulieren, wird mit beeindruckender Qualität, Kreativität und Effizienz belohnt. Die Kunst besteht darin, der KI das nötige Kontextwissen, klare Erwartungen und im Idealfall sogar Beispiele mitzugeben.

Warum der Kontext entscheidend ist

Stellen Sie sich vor, Sie betreten eine Kanzlei und sagen einfach: „Ich brauche was mit Steuern.“ Was soll der Berater damit anfangen? Geht es um Ihre Einkommenssteuer? Ihre GmbH? Oder um das neue Ferienhaus in Italien?

Genauso geht es der KI. Ohne konkreten Kontext weiß sie nicht, welche Art von Antwort Sie erwarten – ob Sie einen sachlichen Fachtext, einen Social-Media-Beitrag oder eine humorvolle Anekdote wollen. Je klarer Ihre Vorgaben sind, desto besser kann das System arbeiten.

Ein einfaches Rezept: Das C.L.E.A.R.-Modell

Um sich beim Prompten besser zu orientieren, hilft das folgende Akronym: C.L.E.A.R. – klar, eingängig und leicht zu merken.

  • Context – Geben Sie der KI den nötigen Rahmen: Wer sind Sie? Für wen schreiben Sie? In welchem Stil?
  • Limits – Was soll unbedingt beachtet werden? Gibt es formale oder fachliche Grenzen?
  • Examples – Zeigen Sie, wie das Ergebnis aussehen könnte. Ein Beispiel ist oft Gold wert.
  • Audience – Wer ist die Zielgruppe? Mandanten, Kollegen, Fachleute?
  • Result – Was genau möchten Sie erhalten? Einen Text, eine Liste, ein Konzept?

Praxisbeispiel: So wird aus der Frage eine Lösung

Stellen Sie sich vor, Sie möchten von einer künstlichen Intelligenz wissen, was das neue Wachstumschancengesetz für Ihr Unternehmen bedeutet. Zwei Unternehmer stellen dieselbe Frage – aber ganz unterschiedlich:

Frage 1:
„Was ist das Wachstumschancengesetz?“

Frage 2 (nach dem C.L.E.A.R.-Modell):
„Ich bin Inhaber eines mittelständischen Handwerksbetriebs mit rund 30 Mitarbeitern. Ich möchte wissen, ob sich durch das Wachstumschancengesetz Investitionen in neue Maschinen oder den Fuhrpark jetzt mehr lohnen – vor allem wegen der Investitionsprämie oder geänderter Abschreibungsmöglichkeiten. Bitte einfach erklärt, mit einem kurzen Praxisbeispiel.“

Das Ergebnis:
Frage 1 liefert eine vage Aufzählung von Gesetzesinhalten – ähnlich wie ein Lexikonartikel.
Frage 2 dagegen führt zu einer maßgeschneiderten, verständlichen Antwort mit praktischer Relevanz. Sie erfahren, ob und wie genau sich das neue Gesetz für Ihr Unternehmen nutzen lässt.

Fazit: Gute Prompts sind wie gute Beratung – gezielt, strukturiert, verständlich

Wer sich mit KI-Tools wie ChatGPT unterstützt, sollte eines nie vergessen: je besser die Frage, desto besser die Antwort. Gute Prompts sparen Zeit, verbessern die Qualität und sorgen für Ergebnisse, die wirklich weiterhelfen.

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